Songkran, das thailändische Neujahr

Jedes Jahr vom 13. bis 15. April wird in Thailand und anderen südostasiatischen Ländern Songkran gefeiert. Das ist das thailändische Neujahr, auch bekannt als „Wasserfest“. Was hinter Songkran steckt und ob sich eine Reise lohnt, darum geht es heute.

Historisches rund um Songkran

Der Name des Festival kommt von dem Sanskrit-Wort „sankranti“ und bedeutet so viel wie „Übergang“. Damit ist der Übergang zwischen dem ersten und dem zweiten thailändischen Sternzeichen gemeint.

Seit die Regierung 1941 den gregorianischen Kalender zur Pflicht gemacht hat, wird das Fest mit eher säkularen Aktivitäten begangen. April bedeutet aber auch: Heiße Zeit!

Lies hier nach, was eine Thailand-Reise in der heißen Zeit bedeutet!

Und mit der heißen Zeit fällt die jährliche Reisernte zusammen. Diese erfordert die Heimkehr sämtlicher Familienmitglieder, denn alle müssen bei der mühevollen Ernte helfen. So finden kommunal Spiele, Konzerte und Tänze schon vor dem Festival statt.

Du wirst die Schönheit von Songkran noch mehr zu schätzen wissen, wenn du die Wurzeln dieses traditionellen Festes verstehst.

 

3 Tage lang Festival

Songkran dauert immer drei Tage. Jeder Tag wird traditionell mit anderen Aktivitäten gefeiert. Familien, die diesen Traditionen folgen, erfahren die Festlichkeiten noch einmal auf einem ganz anderen, tiefergehenden Level. Dort geht es nicht nur um den Spaß und das Feiern! Interessant ist auch, dass diese Traditionen je nach Region verschieden sind.

Der erste Tag, Wan Maha Songkran, ist der letzte Tag des alten Jahres und wird als eine Art „Frühjahrsputz“ betrachtet, um die Sünden desalten Jahres weg zu waschen.

Die Leute stehen früh auf, um Essen für die Mönche vorzubereiten, es ihnen zu spenden und Segen zu empfangen. Anschließend geht es zum Tempel, um der verstorbenen Ahnen Ehre zu erweisen. Traditionell wurden dazu Vögel oder Fische befreit, heute ist es beliebter, Kühe vorm Schlachter zu retten.

Die Tempel stellen Altäre auf, damit Besucher duftendes Wasser über Buddha-Statuen gießen können. Dieser Brauch nennt sich Song Nam Phra.

Der zweite Tag, Wan Nao, bildet die Brücke zwischen altem und neuem Jahr. Der Fokus liegt auf den Vorbereitungen für den Tempelbesuch. An diesem Tag soll man ausgeglichen sein, ruhig, friedlich und harmonisch.

Der dritte Tag, Wan Talerng Sok Kheun Pee Mai, ist der erste Tag des neuen Jahres. Weil Songkran auch mit Wiedergeburt verbunden ist, wird an diesem Tag mit „Wasser gespielt“. Ursprünglicher Sinn dahinter war es, die Sünden des alten Jahres zu vertreiben.

Weitere Traditionen an Songkran

Auch an Songkran merkt man, wie wichtig Respekt gegenüber Älteren in der thailändischen Kultur ist. In einer Zeremonie namens Rot Nam Dam Hua schenken junge Leute den Älteren Blumengirlanden und gießen ihnen duftendes Wasser über die Hände. Dafür erhalten sie Segenswünsche.

Gerade in größeren Städten sieht man öfter, dass Stupas aus Sand gebaut werden. Diese Tradition heißt Phra Chedi Sai. Sie wurzelt in dem Glauben, dass die Leute dem Tempel Sand zurück geben sollten – um die Körner zu ersetzen, die sie während ihrer Besuche an den Schuhen davon getragen haben.

Und dann natürlich die Wasserschlacht! Diese Tradition hat den Namen Len Sahd Nahm. Man trifft Freunde und spritzt sich gegenseitig mit Wasser voll. Das Wasser ist mit Parfüm gesprenkelt. Dazu reibt man sich gegenseitig mit dem kühlenden weißen Snake Powder ein.

Mittlerweile hat sich diese Tradition zu einer riesigen öffentlichen Wasserschlacht entwickelt. Wasserpistolen, Eimer und Kübel mit Eiwasser…

Eiswasser, Wasserspiele, verrückte Kostüme… Eindrücke aus Chiang Mai. Für das Fotografieren benutzte ich eine wasserdichte Kamerahülle – unbedingt zu empfehlen 😉 Gibts auch für Handys überall.

Die höchste Unfallrate an Songkran!?

Man hört und liest es immer wieder: Nie gibt es so viele Verkehrsunfälle wie an Songkran.

Zum Einen liegt das daran, dass über die Jahre das Traditionelle immer mehr in den Hintergrund, die Wasserspiele jedoch in den Vordergrund rückten. Und damit wurden sie immer rücksichtsloser und heftiger. Es ist nun einmal gefährlich, einem vorbei fahrenden Rollerfahrer Eiswasser in die Augen zu spritzen!

Dazu kommt, dass Songkran über die Jahre immer berühmter wurde und immer mehr Touristen anzieht. In Chiang Mai vor allem Amerikaner und Australier. Da konnte ich über die Jahre einen ganz krassen Anstieg beobachten… Mit den vielen ausländischen Besuchern wurde auch Alkohol immer stärker präsent und immer wichtiger.

Bei meinem ersten Songkran 2010 konnte man nirgends Alkohol kaufen. Mittlerweile bauen die meisten Bars, Garküchen etc. Stände an der Straße auf und verkaufen Bier und Cola-Rum. Es gibt also viel mehr Betrunkene… ergo viel mehr Unfälle.

Ich persönlich sehe diese Entwicklung sehr kritisch und finde es schade. Damit wird dem Songkran-Festival ein bisschen seine Idee genommen. Ursprünglich geht es um Traditionen, um Zeit mit der Familie und Freunden, nicht um eine wilde Party mit viel Alkohol. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

Eine Reise an Songkran?

Meiner Meinung nach lohnt sich eine Thailand-Reise über Songkran allemal. Trotz der heißen Zeit! Das thailändische Neujahr ist und bleibt ein besonderes Erlebnis.

Chiang Mai ist natürlich herrlich. Rund um den Stadtgraben ist es wunderbar aufregend. Ebenso schön ist es in der nördlichen Umgebung Chiang Mais, unter anderem in Phrae. Dort kannst du das Fest ursprünglicher erleben, ruhiger. Auch in Bangkok wird Songkran gefeiert – auch definitiv eine Reise wert! Im Süden ist man sowieso am Wasser, da fand ich es etwas weniger aufregend.

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